Verbesserungsvorschläge für das 6. Studienjahr und Studium allgemein

Wir von der Fokusgruppe haben die Studenten des 6. Studienjahres aufgefordert, uns je zwei Verbesserungsvorschläge für das laufende sechste Studienjahr und das Studium im Allgemeinen zu schicken. Mehr als 50 Studenten haben sich gemeldet.
 
Auf diesen 50 Mails basiert die folgende Auflistung. Sie hat aber weder den Anspruch vollständig noch repräsentativ zu sein. Schliesslich taten nicht alle Studenten ihre Meinung kund und wir mussten von den Vorschlägen die meistgenannten und bestumsetzbaren auswählen und formulieren.
 
Diese Liste ist vielmehr der Versuch, jene Anliegen aus den Mails auszuwählen, die von einer gefühlten Mehrheit unterstützt werden (mehr Praxis im Studium) und jene, deren Umsetzung für viele Studenten eine essentielle Verbesserung des Studiums bedeuten würden. (administrative Anliegen)
 
 
Studium allgemein:
 
I. Praxisbezogeneres Studium
-       mehr praktische Fähigkeiten im Studium erlernen: Notfallkurse wie advanced life support, Spritzen, Infusionen legen, Nähen. (wäre gut zu kombinieren mit dem folgenden Vorschlag)
-       Mehr Anbindung an die Klinik im 3. und 4. Jahr.
Vorschlag: Jeweils 3 mal eine Woche im Jahr wird jeder Student einem Assistenten in Chirurgie, Innerer Medizin oder einem Hausarzt zugeteilt und läuft mit diesem mit. (ähnlich dem Konzept der Famulatur in Deutschland)
o   ein ähnliches Konzept gab es schon, wurde aber abgeschafft. Mehr klinische Erfahrung in dieser oder anderer Form schon im 3. und 4. Jahr scheint aber auch den Verantwortlichen sinnvoll.

-       Vorlesungen: Mehr Konzentration auf das Wichtige und Häufige: Die Diskrepanz zwischen spezialisiertem Professor und Student ist immens. Viele Dozenten sind sich dessen nicht bewusst und zeigen zwar spannende, aber aussergewöhnliche Fälle oder Therapien sehr seltener Krankheiten. Hier würden sich viele Studenten wünschen, dem Normalen, Häufigen mehr Platz einzuräumen.
Vorschlag hier: weniger Spezialisten im 3. und 4. Studium. Insgesamt weniger Dozenten, dies würde auch die Koordination vereinfachen.
o   das Problem ist wohlbekannt und das Prodekanat versucht die Vorsteher der Fachgebiete dahingehend zu beeinflussen, weniger Dozenten einzusetzten. Die Kompetenz dies umzusetzen liegt aber wiederum bei den Vorstehern und nicht beim Prodekanat Lehre.
 
 
II. Administratives:
-       Vor allem neben dem Studium arbeitende Studenten würden es sehr begrüssen, wenn der Stundenplan und der Kursplan 2 Monate vor dem Semesterbeginn auf dem VAM verfügbar wären.
o   ist theoretisch möglich, die Kursleiter müssen dafür die Termine früher festlegen. Dr. Gerke versprach, sich in diesem Sinne einzusetzen
-       Auch Kurse in peripheren Spitälern werden sehr geschätzt. Damit sich der zeitliche und geldliche Aufwand lohnt wäre es besser für uns jeweils zwei 90 minütige Kurse zusammenzulegen. So würde man sich jede zweite Woche die Zeit für den Weg und das Zugbillet sparen. (z.b. Spitäler in Schaffhausen, Chur, St. Gallen etc.)
o   Hier ist das Studiendekanat auf die Mitarbeit der Spitäler angewiesen, sollte aber möglich sein.
-       PowerPoint-Präsentationen: Viele Dozenten zeigen über 100 Slides in einer Stunde. Sowohl das Lernen, wie auch das Drucken dieser Files wäre viel effizienter, wenn Dozenten, deren Präsentation mehr als 40 Slides beinhaltet, eine Zusammenfassung oder eine Sammlung der wichtigen Slides ins VAM stellen könnten.
o   Gemäss Prof. Russi hat sich in diesem Bereich schon einiges getan: Auch hier gilt die Lehrfreiheit; das Studiendekanat kann den Dozenten nichts vorschreiben, Prof. Russi stimmt mit uns in diesem Punkt überein und wird sich in unserem Sinne bei den Vorstehern einsetzen.
 
 
6. Studienjahr:
 
I. Praxisbezogeneres Studium
-       Weniger Vorlesungen, die Wissen zu Krankheiten vermitteln, dafür mehr Vorlesungen, die dieses Wissen verarbeiten, z.b. Repetitorien, Vorlesungen zu Leitsymptomen und deren Differentialdiagnostik mit Fallbeispielen.
Beispiel: Patient X kommt in den Notfall mit Symptom Y. Wie sieht die DD aus, welche Abklärungen sollten veranlasst werden etc. Dann Untersuchungen, z.b. Labor zeigen. Wie sieht jetzt die DD aus? (und das am besten in interaktivem Rahmen, so wie in der diagnostischen Fallvorstellung Radiologie)
-       Viele Studenten beginnen ihre Assistenzzeit mit Chirurgie und würden sich mehr Vorlesungen zu alltäglichen, klinisch relevanten Fragen wie z.b. häufige Komplikationen und deren Behandlung, Managment prae/postoperativer Patienten, Beurteilung eines Stomas wünschen.
-       Vorlesungen zur Interpretation wichtigen Untersuchungen: (z.b. EKG, BGA, LUFU).
o   alle drei punkte zielen in eine ähnliche Richtung: mehr Praxis in den Vorlesungen. Das Studiendekanat vertrat bisher die Position, dass die klinisch relevanten, alltäglichen Fragen während der praktischen Zeit im Wahlstudienjahr erlernt werden. Wir konnten aber Prof. Russi überzeugen, dass Vorlesungen zu EKG, BGA etc. sinnvoll wären und dass interaktivere Vorlesungen mit praktischen Fallbeispielen eine Bereicherung darstellen würden.
Kritik wurde auch über die DD Innere Medizin-Vorlesung von Prof. B. geäussert, bitte den Evaluationsbogen ausfüllen, auf diesem Wege können die einzelnen Vorlesungsinhalte besser beeinflusst werden als über das Studiendekanat.

 
 
II. Administratives:
-       Wir wünschen uns mehr Zusammenfassungen und mehr Skripte. Vor allem in kleineren Fächern wie Ophtalmologie, ORL, Dermatologie und ähnlichen ist es schwierig zu wissen, was praxis- und prüfungsrelevant ist. In diesen Fächern, wären Skripte im Stile von EGONE sehr willkommen.
o   Hier wurde auch noch die Idee eines Lernzielkataloges diskutiert: diesen gibt’s schon: etwa 50 Seiten und zu jeder Krankheit der geforderte Kenntnisstand. Der Link zu diesem Lernzielkatalog wird auf der VAM-Seite prominent platziert.
Auch hier wird die Bitte nach mehr Skripten an die einzelnen Departemente weitergeleitet.
-       Testatpflicht abschaffen.
o   Testatpflicht in den Blockkursen wird abgeschafft. Testatpflicht in den praktischen Kursen ist vorgegeben durch Bologna, bleibt also weiter bestehen.
-       Ein vorlesungs- und kursfreier Tag zum Selbststudium.
o   eher schwierig
-       Sowohl Kursdaten und Gruppeneinteilungen, wie auch PDF-Dateien der Vorlesungen sind schwieriger zu finden im VAM als im 3./4. Jahr.
o   ab nächstem Jahr werden die Vorlesungen wieder wie gewohnt im Stundenplan-Layout aufgeschaltet und die Kurspläne werden vereinfacht.
-       Psychiatrie-Vorlesungen am USZ.
o   Die Psychiater bevorzugen die PUK, da dort einfacher Patienten in den Unterricht eingebaut werden können. Bei den Vorlesungen im 3. Studienjahr war es aber auch möglich Patienten in die Vorlesung am USZ zu integrieren.
 
 
 
 
Vielfach positiv genannt wurden:
 
-       Die praktischen Kurse im 6. Jahr. Viele Kursleiter geben sich sehr viel Mühe.
 
-       Diagnostische Fallvorstellung Radiologie am Dienstag: Solch interaktive Vorlesungen hätten wir auch gerne in anderen Fächern.
 
-       Pathologiekurs vom Donnerstagnachmittag: super.
 
-       Vorlesung in Innerer Medizin von Peter Greminger über DD Synkope
 
-       Das VAM an sich ist eine praktische und effiziente Plattform.